Auftakt für Neubau der Loebstraße

Loebstraße für alle

Spatenstich für ersten Ausbauabschnitt nach langer Vorgeschichte / Radweg und Standstreifen geplant

„Was lange währt, wird endlich gut.“

„Dass wir das noch erleben dürfen.“

Anspielungen dieser Art waren am Rande des Spatenstichs des öfteren zu hören, denn schließlich liegt der erste Baubeschluss für das Projekt bereits sechseinhalb Jahre zurück (siehe RaZ-Vermerk auf dieser Seite). Jetzt geht es endlich los: OB Klaus Jensen sprach beim Empfang im Tagungszentrum der Handwerkskammer von einem „glücklichen Tag“ für die Anlieger im Gewerbegebiet Trier-Nord und für viele Bewohner des Ruwertals, die über die stark beschädigte und in den letzten Jahren nur notdürftig ausgebesserte Loebstraße Tag für Tag nach Trier pendeln. Dann schritt er zusammen mit Günter Kern, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Innenministerium, und Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani zum Spatenstich.

Veränderter Querschnitt

Die Ausbaustrecke ist insgesamt 1,4 Kilometer lang. Der jetzt anstehende erste Bauabschnitt erstreckt sich über 580 Meter zwischen der Pfalzeler Eisenbahnbrücke und der Hausnummer 14 und kostet zwei Millionen Euro. Die Landesregierung übernimmt die Hälfte der Investition. „Mit täglich 12.000 Fahrzeugen bei einem hohen Anteil Schwerlastverkehr unterliegt die Loebstraße einer starken Belastung. Daher ist eine Anpassung der Infrastruktur dringend geboten“, erklärte Staatssekretär Kern.
Der Straßenquerschnitt wird sich stark verändern: Aktuell verfügt die Loebstraße neben der mit 8,50 Meter Breite überdimensionierten Fahrbahn nur über einen einseitigen Gehweg. In der Neuplanung sind 55 Stellplätze entlang der Straße, ein Zweirichtungsradweg und ein Lkw-Standstreifen für Lieferung und Beladung vorgesehen. Der Gehweg an der südlichen Straßenseite bleibt bestehen, während die Fahrbahn sich um zwei Meter verengt, was aber immer noch der Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen entspricht. Zugunsten des Radwegs muss die Kapazität der bestehenden Parkplätze verringert werden.

Die Barrierefreiheit wird beim Neubau der Loebstraße mit verschiedenen Maßnahmen berücksichtigt:
Absenkung der Bordsteine an Querungsstellen, Fußgängerampeln mit akustischen Signalen, erhöhte Bordsteine an den Bushaltestellen, um das Zusteigen zu erleichtern und Bodennoppen zur Kennzeichnung der Haltestellen für Sehbehinderte.
Mit dem Radweg entlang der Loebstraße wird die Lücke zwischen Trier und dem Ruwer-Hochwald-Radweg geschlossen. Außerdem ist durch den Anschluss an die Pfalzeler Brücke der Wechsel zum linksseitigen Moselradweg möglich. Beiden Routen kommt eine überregionale touristische Bedeutung zu. „Mit dieser Planung werden die Interessen aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt“, fasste Jensen zusammen. „Die neue Straße ist ein Vorteil für alle, da bin ich ganz sicher“, stimmte Kaes-Torchiani zu.

Umleitung ab Anfang März

Die eigentlichen Bauarbeiten unter Leitung des Tiefbauamts mit der Arbeitsgemeinschaft Köhler/Schnorpfeil als Auftragnehmer beginnen in der ersten Märzwoche. Die Loebstraße wird dann für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt in beiden Richtungen über die Rudolf-Diesel-, Metternich- und Ohmstraße. Die Grundstücke und Parkplätze an der Loebstraße bleiben aber für die Anlieger, Kunden und Mitarbeiter sowie für den Lieferverkehr erreichbar. Hierzu findet am Freitag, 27. Februar, im Tagungszentrum der Handwerkskammer eine Informationsveranstaltung statt.

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