Stimmen zur Baustelle: Sie wollen nicht grollen – Einbußen in den Geschäften, aber Lob für die Arbeiter

(Prüm) Tapfer durchhalten: Das ist derzeit die Parole für Prüm. Ja, es gibt massive Einschränkungen. Aber den Bauarbeitern lastet das niemand an. Der Hoffnungsschimmer: Bald wird man wieder über den Platz fahren können.

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Prüm. “Ich finde, dass die Firma perfekt und superschnell arbeitet”, sagt Daniele Haas, Betreiberin des Hotels zum Goldenen Stern und des Cafés Opulenzia. Und Vorarbeiter Rainer Schönecker helfe jedem “wirklich weiter, wo es nur geht. Da gibt es nichts zu meckern. Wenn das so weitergeht, habe ich überhaupt keine Angst, dass wir nächstes Jahr nicht fertig werden.”

Zwei Türen weiter: das Bitburger Bierhaus. Die Arbeit der Bauleute könne sie kaum beurteilen, sagt Chefin Tatjana Hennig - und berichtet von starken Umsatzeinbrüchen. Für sie sei einfach die Laufkundschaft wichtig, “und die bleibt weg”, wie auch viele Rad- und Motorradfahrer, darunter zwei große Gruppen aus den Niederlanden und England, die sonst jeden September zu Gast seien. Sie hofft nun darauf, dass noch dieses Jahr die Straße fertig und wieder freigegeben werde.

Das ist der Plan: Anfang oder Mitte Dezember, sagt Josef Arens vom Landesbetrieb Mobilität (LBM), soll der Asphalt liegen, “damit der Verkehr wieder fließen kann.”

Klar, es gebe Einschränkungen, sagt Jan Gillengerten vom Café “Setz dich”. Aber trotz der Umstände sei man sehr zufrieden damit, “wie gut, sauber und zügig hier gearbeitet wird”. Und wenn das Gröbste irgendwann vorüber sei, “freue ich mich auf unsere neue Terrasse”.

“Ich weiß um die Nöte und Sorgen der Betriebe”, sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. “Da gibt es überhaupt nichts zu beschönigen.” Aber die Alternative sei gewesen: Bauen oder es lassen. Und die Arbeiter täten ihr Bestes: “Die Baustelle geht gut voran. Das ist so – und ich höre auch aus der Stadt kein Meckern über die Leute.”

Noch einmal Josef Arens: “So eine Baustelle steht und fällt mit dem Mann vor Ort.” Rainer Schönecker verstehe mit den Leuten umzugehen und helfe in vielen Dingen, “die man so gar nicht mitbekommt”.
Und sei es, dass er mal für ältere Bürger deren Mülltonne mit dem Radlader an die Straße karren lasse. “Der hat ein Händchen dafür, kann mit den Leuten und hat auch den Plan für die Baustelle, sodass es da kein Durcheinander gibt.” fpl

Meinung

Durchbeißen

Viele Geschäftsleute am Hahnplatz stehen vor einer physisch fast unmöglichen Aufgabe angesichts der Einbußen wegen der Baustelle. Sie müssen die Zähne zusammenbeißen – und trotzdem tapfer lächeln. Denn mit Griesgrämigkeit gewinnt man auch keine Kundschaft. Alle wussten vorher, dass es hart wird. Aber derzeit kann man zumindest sagen: Am Hahnplatz geben zugleich alle ihr Bestes, dass der Ausnahmezustand nicht länger anhält als nötig.

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