Startschuss für die Großbaustelle – Ausbau Walramsneustraße/Pferdemarkt dauert Monate

(Trier) Im Trierer Stadtkern haben die Arbeiten am Ausbau von Walramsneustraße und Pferdemarkt begonnen – sie sollen etwa ein Jahr dauern. Wegen der starken Belastung dieses Verkehrsknotenpunktes wird es das komplizierteste innerstädtische Straßenbauprojekt der vergangenen Jahre. Behinderungen sind bis Mitte 2015 unvermeidbar.

Vorboten eines Großprojekts: In der Walramsneustraße beginnen die Arbeiten für die Umgestaltung der Straße und des angrenzenden Pferdemarkts. TV-Foto: Friedhelm Knopp

Vorboten eines Großprojekts: In der Walramsneustraße beginnen die Arbeiten für die Umgestaltung der Straße und des angrenzenden Pferdemarkts. TV-Foto: Friedhelm Knopp

Während ein Voraustrupp der Baufirma Köhler am Montagmorgen die bisherigen Leitgitter und ehemalige Parkplatz-Markierungsbügel vor dem Haus Walramsneustraße 1 entfernt, stellen Stadtverwaltung und Stadtwerke (SWT) im Rathaus das Projekt vor. Einfach “kleinreden” lässt sich dieser Ausbau nicht: 8000 Fahrzeuge werden laut Tiefbauamt täglich auf der Walramsneustraße gezählt, rund 5000 sind es auf der Moselstraße und 4800 auf der Deutschherrenstraße. Hinzu kommen täglich rund 1000 Busdurchfahrten.

Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani bringt die Sache so auf den Punkt: “Es betrifft einen der wichtigsten Knotenpunkte im Trierer Verkehrsgeschehen – vergleichbar mit der Bitburger Straße. Diese Maßnahme wird nicht ohne Behinderungen möglich sein.” Und Ralf Frühauf vom Presseamt ergänzt: “Da scheint der Ärger schon programmiert.” Was wann, wo und wie gemacht wird erläutern Tiefbauamtsleiter Wolfgang van Bellen und Bauleiter Eric Wolff:

Die Vorbereitungen (seit gestern) laufen in den kommenden ein bis zwei Wochen. Dazu zählen der Abbau der alten Verkehrsinseln auf dem Pferdemarkt (was dort zu Behinderungen führen kann), der Bau einer provisorischen Wendeplatte am Ende der Oerenstraße und einer provisorischen Ersatzfahrbahn vor dem Haus Walramsneustraße 1. Die SWT legen dort Kabelgräben an.
Erster Bauabschnitt (bis etwa Mitte Oktober): Halbseitiger Ausbau der Walramsneustraße ab Dietrichstraße bis Zufahrt Treviris-Parkhaus auf der Parkhausseite. Der Verkehr muss sich in dieser Zeit die Gegenspur mit den Bussen teilen. Dazu kommen Tiefbauarbeiten der SWT im Bereich Pferdemarkt und Erneuerung von Hausanschlüssen in der Walramsneustraße. Voraussichtlich ab dem 7. Juli kann dadurch der Verkehr aus der Moselstraße nicht mehr geradeaus über die Bruchhausenstraße fließen, sondern er wird komplett über die Walramsneu- zur Böhmerstraße geführt.
Zweiter Bauabschnitt (voraussichtlich Oktober bis Ende 2014): Nun wird die andere Seite der Walramsneustraße (gegenüber dem Parkhaus) ausgebaut. Verkehr und Busse teilen sich dann die schon ausgebaute Seite. Gleichzeitig entsteht der neue Anschluss des Pferdemarkts an die Walramsneustraße. Die SWT verlegen gleichzeitig dort neue Hausanschlüsse. Während dieser Arbeiten müssen die Zufahrten von Deutschherren- und Oerenstraße zum Pferdemarkt für etwa drei Wochen gesperrt werden.
Dritter Bauabschnitt (März 2015 bis Jahresmitte 2015): Ausbau von Fahrbahn und Gehwegen vor Haus Walramsneustraße 1 einschließlich Ausfahrt Treviris-Parkhaus und Restarbeiten auf dem Pferdemarkt.
Der Busverkehr in Hauptrichtung Nikolaus-Koch-Platz/Treviris/Porta Nigra bleibt unverändert. Wegen der beengten Verhältnisse und möglicher Staus an den Baustellen kann es zu Behinderungen kommen. Die Linien 2, 85 und 87, die durch die Moselstraße führen, werden voraussichtlich bis Ende 2014 abgezogen und über die Nordallee umgeleitet (der TV berichtete).

Extra Das Projekt:
Die Gesamtbaukosten (für Stadtwerke und Stadt) betragen 1,9 Millionen Euro. Umfang der zu bearbeitenden Fläche: 7500 Quadratmeter. Auch nach dem Ausbau werden die Fahrzeuge wie bisher aus Richtung Treviris-Parkhaus/Stockplatz zur Böhmerstraße geleitet. Der aus Richtung Mosel- und Deutschherrenstraße über den Pferdemarkt ankommende Verkehr kann von der Walramsneustraße wie bisher nach links in Richtung Treviris-Parkhaus/Stockplatz abbiegen oder auf der rechten Spur geradeaus in Richtung Böhmerstraße fließen. In der Gegenrichtung vom Nikolaus-Koch-Platz her soll es nur noch eine Busspur geben (auch für Radler frei). Der gebührenpflichtige Parkstreifen entlang der Häuserzeile an der Walramsneustraße entfällt. Es bleiben Ladebuchten und Flächen für Anwohnerparken. Umgestaltet wird der Anfang der Walramsneustraße unmittelbar am Pferdemarkt mit breiteren Gehwegen, Fahrradstreifen, den beiden Autospuren und einem bepflanzten Mittelstreifen. Für die Autofahrer wird es auf dem Pferdemarkt enger. Der von der Moselstraße herankommende Verkehr wird vor dem Pferdemarkt zugunsten der Fußgänger auf eine Fahrspur zusammengeführt. f.k.

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