Kastel-Staadt wird runderneuert

Ab Freitag, 18. Dezember, wieder freie Fahrt durch die Ortsmitte

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(Kastel-Staadt) Neue Straßen, neues Internet, mehr Lebensqualität – in Kastel-Staadt tut sich derzeit viel. Die Straßenbauprojekte für 1,6 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Dabei wird auch ein Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt. Die Ortsgemeinde nimmt zudem am Saarburger Modell teil und will wie Mannebach eine Dorfgesundheitshütte einrichten, in der sich jeder fit halten kann. Foto: Herbert Thormeyer

 

Kastel-Staadt. Ab durch die Mitte, heißt es bald wieder für Autofahrer, die durch Kastel-Staadt wollen. Polier Kay Hoffmannn versichert: “Ab dem vierten Adventswochenende sind die Straßenbauarbeiten im Ort so weit fertig gestellt, dass der Belag befahrbar ist.” Sobald es die Witterung im nächsten Jahr zulässt, wird fertig gebaut.
Die Kanalerneuerung und Wasserleitungen sind integriert in die Bauarbeiten an den Ortsdurchfahrten König-Johann-Straße und Kirchstraße, die seit fast zwei Jahren dauern und ein Volumen von 1,6 Millionen Euro umfassen.
Ortsbürgermeister Hubert Schommer ergänzt: “An der Sirene bei der Kirche wird eine Richtfunkantenne installiert. Dort kommt das Signal an, das ins neue Glasfaserkabel eingespeist wird.” Schommer freut sich auf eine Leitung, die in jedem Haushalt Internet mit einer Kapazität bis zu 100 Megabit pro Sekunde schafft. Bislang sind es 2,3 Megabit pro Sekunde. 20 000 Euro beträgt der Anteil der Ortsgemeinde an der Investition der Firma Inexio aus dem saarländischen Saarlouis. 45 Prozent davon kommen als Zuschuss vom Land.

Kuckuck kommt auf Stele
Erneuert wird auch der Dorfplatz. Durch einen Sterbefall wurde ein Haus in der Ortsmitte frei, das die Ortsgemeinde gekauft und abgerissen hat. Planer Conny Bausch zeichnete seinen Plan neu, und jetzt wird der Dorfplatz noch größer und schöner. Er soll im Frühsommer eingeweiht werden. Gefeiert wird dann auch die Gestaltung des Platzes mit neuem Buswartehäuschen und einer Stele. “Darauf kommt noch ein Kuckuck, das Symboltier von Kastel-Staadt”, erklärt der Dorfchef. Die Pflasterung am Straßenrand wurde an einer Stelle erhöht, damit der Einstieg in den Bus so bequem wie möglich ist. Am Ortseingang werden die Autofahrer nun abgebremst, denn die Straße verläuft S-förmig. Sie ist trotzdem übersichtlicher. Ein neuer Fußweg führt ins Neubaugebiet Auf Schied.
Weitere Neuerungen sind im Kastel-Staadter Investitionsplan zu finden, den der Ortsgemeinderat aktuell verabschiedet hat. Darin mitaufgenommen ist die Entscheidung, dass die Ortsgemeinde am Saarburger Modell teilnimmt. Das bedeutet, dass sie eine aktive Dorfgemeinschaft à la Mannebach aufbaut und anstrebt, dass sich die Menschen in Kastel-Staadt trotz des demografischen Wandels wohlfühlen und so lange wie möglich gesund bleiben. Dabei will sich die Gemeinde professionell beraten lassen. 500 Euro kostet das im Monat.
Mannebachs Ortschef Bernd Gard, der sich in diesem Themenkreis seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert, erklärte dem Rat: “46 Prozent der heute 413 Einwohner werden in zehn Jahren über 60 Jahre alt sein.” Eine Dorfgesundheitshütte wie in Mannebach steht denn auch als Ziel auf der Kastel-Staadter Liste. Ebenso wie das Herzensanliegen Schommers, eine Gastronomie im Blockhausstil im Bereich des keltisch-römischen Dorfteils zu errichten. Zunächst soll geplant werden. Die Kosten für die Hütte könnten bei 180 000 Euro und für das Blockhaus bei 300 000 Euro liegen, so Schommers Schätzung.
Immer auf dem neuesten Stand ist, wer das neue Bürgerforum im Internet nutzt. Bei Hubert Schommer gibt es dafür das Passwort. “Die Bürger können auch Kommentare und Anregungen hineinschreiben”, fordert der Ortschef zur Nutzung auf.

Extra

Der erste Beigeordnete Mario Golinski ist vom Ortsgemeinderat Kastel-Staadt für 25-jährige kommunalpolitische Tätigkeit geehrt worden. Er arbeitet nicht nur im Rat, sondern auch in Ausschüssen mit. Der Vorgänger des Ortsbürgermeisters Hubert Schommer, Harald Lehnertz, hatte diese Position in zwei Jahrzehnten bereits zweimal inne und ist weiter im Rat vertreten. Schommer sagte beim Überreichen der Dankesurkunden: “Das ist ein Engagement, das leider immer seltener wird.”

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